Fejezetek: Elõszó 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. Kronológia Képek Zusammenfassung RÉSUMÉ Compendio Villa Gerechen

Zusammenfassung

Görcsöny und ihre Umgebung sind schon seit Menschengedenken bewohnt. Die Spuren der ältesten Siedlung an dieser Stelle datieren aus dem 5. Jahrtausend v.Chr.. Nach den Kelten und Römern wechselten einander Hunnen, Ostgoten, Langobarden und Awaren in der Gegend ab, und nach der ungarischen Landnahme wurde sie von den Ungarn besiedelt.
Die Siedlung hat schon seit tausend Jahren eine Kirche und ist seit 1345 als Wallfahrtsort bekannt. Dafür zeugt auch der im September 1345 entstandene Schenkungsbrief des Papstes Koloman VI. Eine der schönsten Legenden aus der Geschichte der Siedlung verbindet sich mit dem Namen von Sigismund von Luxemburg. Der spätere deutsch-römische Kaiser, König von Böhmen und Ungarn, soll nach einer zwangsweisen Rast in der nahen Burg Siklós kurze Zeit in Görcsöny geweilt haben. Es sind jedoch auch andere, historisch nicht belegte Volkssagen bekannt, nach denen auch ein anderer ungarischer Herrscher, König Matthias, vor etwa 550 Jahren der Gemeinde einen Besuch abgestattet hat.
Das Dorf Görcsöny hatte - infolge von Verzerrungen ihres Namens, der südslawischen Ursprungs ist und etwa ,,Hügelbewohner" bedeutet - im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Bezeichnungen. Die Form ,,Villa Gerechen" (der im Titel unseres Buches erscheint) wurde erstmals 1352 urkundlich erwähnt und unseren Kenntnissen nach auch noch 1511 benutzt.
Als Besitzer der Siedlung wurden im Laufe der Geschichte die Hofkammer, der Dominikaner- und der Jesuitenorden sowie verschiedene Privatpersonen registriert. Manche Wissenschaftler vertreten die Ansicht, daß die Siedlung bereits im Mittelalter den Status eines Marktfleckens zuerkannt erhielt, aber eher wahrscheinlich ist, daß diese Meinung auf eine Namensgleichheit mit einer anderen Siedlung zurückzuführen ist. Fest steht jedoch, daß Görcsöny während der osmanischen Herrschaft (16-17. Jh.) als Stadt bekannt war. Der ungarische König Ferdinand V. erhob den Ort in der ersten Hälfte des 19. Jhs. zum Marktflecken.
Die uralte Kirche von Görcsöny wurde nach der osmanischen Herrschaft zerstört, und zwar ungewöhnlicherweise nicht von den türkischen Besatzungstruppen, sondern von den Söldnern, die zur Befreiung der Siedlung anmarschiert waren. Der von ihnen angerichteten Verwüstung fielen fast alle Werte des Dorfes zum Opfer. Damit nahm das Söldnerheer am Ort Rache dafür, daß dort ein türkisches Kriegsquartier eingerichtet war. Anschließend ließ der Jesuitenorden das Kirchengebäude zwar renovieren, aber nach der Auflösung des Ordens verfiel es wieder, so daß 1805 mit den Bauarbeiten an einer neuen Kirche begonnen werden mußte. Das damals errichtete, heute noch stehende Baudenkmal wurde 1811 eingeweiht. Die wichtigsten Kunstschätze darin sind das Weihwasserbecken, eines der schönsten Denkmäler der Türkenzeit in Ungarn (es diente einst als Waschbecken); die dreihundert Jahre alten Statuen des hl. Petrus und des hl. Paulus, die vor 100 Jahren, bei der Renovierung der Pécser Basilika, hierher verbracht worden sind; das Gemälde ,,Kreuzabnahme Christi" von Stefan Dorffmeister, sowie eine Kopie des im italienischen Re als Gnadenbild verehrten Mariengemäldes.
Das heutige Schloß, dessen Gebäude von den jeweiligen Grundherren des Dorfes mehrmals umgebaut wurde, steht an der Stelle des früheren Jesuitenklosters. Die größten baulichen Veränderungen wurden daran 1901 anläßlich des Besuches von Kaiser Franz Joseph I. vorgenommen, als der Kaiser und der später in Sarajewo ermordete Thronfolger, Franz Ferdinand, bei einer Feldübung in der Gegend weilten. Das Schloßgebäude beherbergt heute ein Seniorenheim. Die schöne Parkanlage ist ebenfalls den einstigen Jesuiten zu verdanken, aber der künstliche Teich wurde erst 1966 angelegt.
Das gegenwärtige Dorfbild ist nach dem schwere Opfer fordernden zweiten Weltkrieg entstanden. Die Schule feierte vor einigen Jahren ihr 40-jähriges Jubiläum, die Wohnsiedlung ,,Pelikán", die Bank, die Post und das Kulturhaus wurden in den 1970er Jahren errichtet. In der jüngsten Vergangenheit erhielt das Dorf durch den Anschluß ans Erdgasleitungsnetz eine moderne Energieversorgung.
Unser Buch berichtet von den noch auffindbaren schriftlichen Denkmälern, stellt die erhalten gebliebenen Fragmente der Dorf- und Kirchenchronik sowie in Archiven und Museen aufbewahrte ortsgeschichtliche Dokumente vor. Die Fotos zeigen das frühere und das gegenwärtige Gesicht des Ortes. Auf dem Titelblatt steht ein Werk von Gyõzõ Somogyi, dem vielleicht populärsten Vertreter der zeitgenössischen ungarischen Graphikkunst.